Nachhaltigkeit, Wald
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Seminar Denken und Handeln in Ökosystemen – Teil 3 + 4

Es war wieder soweit: Mitte Juli wurden der dritte und vierte Teil der Seminarreihe „Denken und Handeln in Ökosystemen“ angeboten. Wer von euch die ersten beiden Berichte verpasst hat, kann sie hier Teil 1 und hier Teil 2 nachlesen. Weiter geht es heute mit den letzten beiden Seminar-Tagen.

 

Tag 3: Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im grünen Licht

Nach einer relativ langen Pause zwischen den Seminarteilen, gestaltete sich der dritte Seminartag als Mischung zwischen Vorträgen der Studenten und einer ausgedehnten Waldexkursion. Die Themen waren sehr unterschiedlich gewählt, aber der gemeinsame Leitgedanke war deutlich zu erkennen: von der Natur lernen und es auf Prozesse, Systeme und Techniken übertragen.

Die erste Präsentation handelte von den sogenannten Kondratieff-Zyklen, die die wirtschaftlichen Schwankungen darstellen sollen, die gekoppelt an (technischen) Innovationen sind. Herr Kondratieff hat einen Zusammenhang erkannt zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung und der Einführung neuer Produkte und Techniken sowie deren Auswirkung auf die Gesellschaft und Politik. Als Beispiel kann die Erfindung der Dampfmaschine genannt werden, die die Industrialisierung mit einer größeren und effizienteren Produktion ermöglichte. Immer mehr Menschen wurden in Fabriken als Arbeiter angestellt, es kamen neue Produkte auf dem Markt, die zudem günstiger werden konnten aufgrund der Massenproduktion, sodass viele Produkte einer größeren Anzahl Menschen zugänglich wurde. Diesen Zeitraum bis zur nächsten großen Erfindung, der Eisenbahn, wird als ein Zyklus bezeichnet.

Wie viele diese Zyklen es bis heute gab ist umstritten, da es unterschiedliche Auffassungen davon gibt, welche Erfindungen eine weitere Phase eröffnet haben. Im Allgemeinen geht man von 5 Zyklen aus und in dem 6. Zyklus befinden wir uns gerade. Aktuell gibt es darüber viele Diskussionen. Informiert euch am besten im Internet darüber. Was denkt ihr? In welcher Phase befindet sich unsere Gesellschaft gerade? Läuft das digitale Wunder noch weiter oder gab es bereits ablösende Erfindungen?

Reflektiert für das Seminar kann gesagt werden, dass die Erkenntnisse dieser Beobachtung  mit einem natürlichen Zyklus verglichen werden können. Eine technische Innovation löst eine Sogwirkung aus, die viele weitere Dinge entstehen lässt, gekoppelt an der Basisinnovation, bis sie von etwas neuem abgelöst wird, dass noch besser und effizienter ist. Wie in der Natur entsteht also Innovation durch Absterbeprozesse und Krisen, wie wir im 1. Teil bereits verstehen durften.

Im zweiten Vortrag wurde das sehr spannende Wissenschaftsfeld Bionik vorgestellt unter dem Motto „Lernen von der Natur für die Technik“. Bionik nutzt die Kenntnisse über biologische Vorbilder und überträgt sie auf technische Lösungen. Dafür werden bestimmte biologische Prozesse, Anpassungsstrategien und Strukturen studiert, um diese Lösungen auf eine Technik zu übertragen, die dem Menschen von Nutzen ist. Dabei kann Bionik in allen Lebensbereichen und Berufsfeldern verwendet werden. Als klassisches Beispiel kann das Prinzip des Fliegens genannt werden, das bei Vögeln beobachtet wurde. Aber auch die Architektur kann sich das Wissen für gewisse Strukturen, Dämmungen und Statiken aneignen. Wenn man ein Haus kauft oder sein Zuhause einrichtet, baut man sich ja auch sein eigenes Nest oder? 😉

Die Natur bietet einen grenzenlosen Pool an innovativen und optimalen Lösungen, die darüber hinaus ressourcenschonend und wettbewerbsstark sind. Es gilt nicht, die Natur zu kopieren, sondern neue Erfindungen mit dem Wissen aus der Natur zu entwickeln. Eine für mich sehr zukunftsweisende Herangehensweise und der Beweis dafür, dass die Natur bereits viele Probleme erfolgreich gelöst hat und ein interdisziplinärer Ansatz Vorteile bringt, die nicht vernachlässigt werden dürfen.

Vieles bringt Licht ins Dunkel und erschafft Neues 😉

Weiter ging es mit einem komplett anderen Thema: Direkte Aktionen zur Einläutung einer nachhaltigen Gesellschaft. Der etwas sperrige Titel verbirgt die Möglichkeiten, die Gesellschaft zu einem nachhaltigeren Bewusstsein zu lenken. Geschehen kann das unteranderem durch gewaltfreien Widerstand, um laufende Prozesse zu verhindern und politische Entscheidungen zu beeinflussen. Klingt kompliziert? Ist es aber nicht, denn jeder von uns hat die Umsetzung bestimmt schon selbst miterlebt oder im Fernsehen gesehen. Die Rede ist von Demonstrationen, Sitzblockaden oder Festketten und anderen Formen, um eine Unzufriedenheit öffentlichkeitswirksam zu präsentieren.

Wenn ihr euch fragt, was dieses Thema mit Ökologie und Nachhaltigkeit zu tun hat, dann denkt nur einmal an die zahlreichen Demos der Atomgegner, die letztendlich mit dazu beigetragen haben, dass die Atomkraftwerke in der Gesellschaft zunehmend in der Kritik stehen und sich nun auf andere, nachhaltigere Energiegewinnung konzentriert wird. Solche Aktien entwickeln demnach also eine gewisse Wirkung, verheimlichte Probleme werden öffentlich, auf Missstände wird stärker hingewiesen…Politik vertritt die Interessen der Gesellschaft. Wenn es keine kritischen Stimmen geben würde, hätte es viele positive Entwicklungen in der Vergangenheit nicht gegeben. Meiner Meinung nach müssen es aber nicht so drastische Mittel sein wie Festketten oder gar Schottern (Untergraben von Schienen) sein, aber wenn etwas in die falsche Richtung läuft, dann sollte man seine Stimme erheben und die Kritik deutlich machen. Nur bitte reflektiert und gewaltfrei.

Dass Nachhaltigkeit eine immer wichtigere Rolle für die Gesellschaft spielt, haben auch die Unternehmen erkannt und nutzen dies als Verkaufsargument. Ein weiterer Vortrag der Studenten beschäftigte sich daher mit dem Problem, dass Unternehmen zunehmend das positive Image für sich nutzen, ohne wirklich fundiert und durchgehend „grün“ oder umweltfreundlich zu sein. Genannt wird dieser Imageaufbau Greenwashing. Bestes Beispiel: Die Fast-Food Kette McDonalds hat 2009 ihrem Unternehmensauftritt einen grünen Anstrich verpasst. Aus Rot wurde Grün. Was nach einem vermeintlich nachhaltigeren vielleicht auch gesünderen Schwerpunkt aussieht, ist eine listige Marketing-Täuschung. Zwar hat das Unternehmen sich dem Thema angenommen, aber gesund oder gar nachhaltig ist der Betrieb nicht geworden.

Die Unternehmen bedienen sich der Kunst der Täuschung, die auch die Natur für ihren Vorteil nutzt. Mimikry (Nachahmung) nennt sich das natürliche Täuschungssystem und kann auf unterschiedliche Art und Weise umgesetzt werden. Beispielsweise kann es zum Anlocken der Beute dienen, wenn der Fressfeind einen vermeintlich gefahrfreien Ort oder Gegenstand nachahmt oder zur Tarnung zum Schutz vor Fressfeinden. Daher sollte man wie in der Natur besser zweimal hinschauen und das grüne Image hinterfragen, bevor man auf die Täuschung reinfällt und damit man die wirklich ernstgemeinten Bemühungen erkennt kann.

Wie bereits im ersten Seminarteil haben wir auch dieses Mal wieder einen Spaziergang im Göttinger Stadtwald unternommen. An diesem Tag ging es vorwiegend um die Parallelen zwischen Natur und Gesellschaft. Wie gehen wir mit Veränderungen um und können wir von der Natur eine gewisse Gelassenheit lernen? Wo sind die Grenzen des Zusammenlebens und der Vielfalt? Das Thema, das uns im Moment alle mehr oder weniger beschäftigt, ist der Zuzug einer erhöhten Zahl an Einwanderer, Menschen, die bei uns Schutz suchen, aber auch die damit eingeschlossene nötige Integration. Wie geht die Natur mit dieser Ausnahmesituation um? Wann stellt eine ungewöhnliche Veränderung und große Dynamik eine Gefahr dar?

Am Beispiel der invasiven Arten (Arten, die auf natürliche Weise nicht vorkommen würden und einheimische Arten verdrängen) kann man erkennen, dass es zu einem gewissen Grad möglich ist, Neues zu integrieren. Die Umwelt passt sich an. Biodiversität ist auf Integration gebaut, aber ebenso auf Verdrängung und Dynamik. Und betrachteten wir einmal die Menschheitsgeschichte, so sieht es bei uns nicht anders aus. Aber wie auch die Natur haben wir die Fähigkeit, mit der Zeit zu lernen. Und da wir nicht mehr auf dem Stand des Mittelalters sind, gilt es nun vernünftige Lösungen zu finden für ein friedvolles Miteinander. Denn Vielfalt ist etwas Positives wie der erste Seminarteil gezeigt hat. Sie löst Kreativität, Innovationen und Stärke aus. Zu beachten und auch zu respektieren ist nur, dass jeder eine individuelle Schmerzgrenze hat. Das ist eine normale Reaktion und ein Schutzmechanismus und sollte nicht als unvernünftig hingestellt werden, sonst löst es Gegenwehr aus und das führt dann zu keiner Lösung.

Ebenso haben wir über das menschliche Empfinden gesprochen und ob wir wertfrei denken und handeln können. Warum berührt es uns beispielsweise mehr, wenn süße Tiere wie ein kleines flauschiges Kaninchen sterben, bei einem weniger beliebten Tier wie einer Kuh aber nicht. Können Menschen also gar nicht rational handeln?

Etwa zur Mitte der Waldexkursion ist Herr Levin vom Stadtforst in Göttingen zu uns gestoßen und hat uns jede Menge über „seinen“ Wald erzählt. Die kleine Wanderung führte uns in den Bereich des Waldes, der komplett sich selbst überlassen wird. Schnell konnte man den Unterschied erkennen. Im Gegensatz zum bewirtschafteten Wald ragen hier große Baumriesen in die Höhe, deren Umfang beachtlich ist. Zudem wachsen viele verschiedene Baumarten nebeneinander, die vermeintlich dort nicht gut wachsen sollten. Die Natur holt sich ihre Möglichkeiten zurück, lässt die Vielfalt erstrahlen und zeigt ihre ganze Pracht.

Ein Blick nach oben in einem gesunden Wald entspannt sofort. Diese große Esche ist schon sehr beeindruckend!

Ungefähr 10% des Göttinger Stadtwalds sind eine sogenannte Referenzfläche. In sechs bis sieben Baumgenerationen soll hier ein echter Urwald stehen, ohne jeglichen erkennbaren Einfluss des Menschen. Die Forscher erhoffen sich wertvolle Erkenntnisse für die zukünftige Nutzung des Waldes und schon jetzt zeigen sich erstaunliche Ergebnisse: Im Gegensatz zu Wirtschaftswäldern sind die Referenzflächen wesentlich ertragreicher. Ein Naturwald kann einen zweieinhalb höheren Ertrag erreichen als ein Wirtschaftswald und das bei gleicher Fläche. Ist unsere derzeitige Forstwirtschaft also alles andere als sinnvoll? Herr Levin hat dazu eine klare Meinung. Er wünscht sich, dass wieder mehr Wert auf eine vernünftige nachhaltige Waldwirtschaft gelegt werden sollte. Die monotonen und viel zu jungen Wälder von heute sind alles andere als zielführend. Heutzutage gehe es nur noch um Wachstum und das schnelle Geld anstatt um eine risikoarme Wirtschaft, die lange Früchte trägt. Ein Naturwald ist wesentlich resistenter, hat mehr Ertrag und lässt die Biodiversität erhalten. Die Wirtschaft sieht diesen klaren Vorteil und Wert nicht und damit auch nicht die Politik. Er habe es schwer, auch unter vielen Forstkollegen, seine Meinung zu vertreten, auch wenn die Mehrheit die Wahrheit kennt. Aber der Einfluss der Wirtschaft sei stark. Daher setzt er sich für ein Umdenken ein. Zu uns Studenten meinte er noch: „Wir sind alle Politik und müssen mitdenken und überlegen und handeln, wenn es nicht gut ist“ und forderte uns auf, uns nicht zu verstecken, wenn wir einmal anderer Meinung sind, als der große Rest. Schließlich sei es unsere Zukunft, über die wir gerade reden.

Am Ende der Exkursion durften wir sogar noch in die Archäologie eintauchen. Im Boden des Göttinger Stadtwaldes liegen kaum noch zu erkennen die Überreste einer ganzen Siedlung. Das Dorf wurde ca. 1300 n.Chr. gewüstet, um dort Waldflächen anzupflanzen. Viel ist davon nicht übrig geblieben, aber es wurde uns beigebracht, dass wir mit Hilfe der Pflanzen Spuren lesen können. So sind die mit Immergrün überwucherten Waldböden ein Zeichen für ehemalige landwirtschaftliche Flächen, da der Boden immer noch mit anderen Stoffen zusammen gesetzt ist. Diese Nährstoffveränderung kann man noch Jahrhunderte danach erkennen. Auch leichte Höhenunterschiede oder kleine Steinbrüche waren bei näherem Hinsehen zu erkennen. Wäre ich als normaler Wanderer im Wald gewesen, hätte ich wohl nie bemerkt, dass ich gerade auf einem ehemaligen Dorf stehe. Wirklich sehr spannend und wieder einmal der Beweis dafür, dass man mit offenen Augen durch die Welt gehen sollte, um die kleinen Highlights des Lebens nicht zu verpassen.

 

Tag 4: Die Kraft des Teams und Evoultionäres Management

Der letzte Seminartag drehte sich vorallem um das Denken und Handeln im Team und welche positiven Erffekte ausgelöst werden können. Es gab drei große Themenblöcke: Schwarmintelligenz, Teamerfolgsfaktoren und die Ökosystem-Analyse.

Der erste Themenblock wurde durch einen Studentenbeitrag eingeleutet. Konkret geht es darum, wie die Intelligenz der Masse wirkt und genutzt werden kann. Dabei wird zwischen

  1. Weisheit der Vielen
  2. Kollektivintelligenz
  3. Schwarmintelligenz

unterschieden.

Die Weisheit der Vielen ist nichts anderes als der Durchschnitt oder statistische Mittelwert der Intelligenz einer Gruppe. Beispielsweise, wenn Passanten gefragt werden, wie viele Bonbons wohl in dem Glas sind. Es ist kein Expertenwissen, aber die Masse kommt zu einem durchschnittlichen Ergebnis. Ob dieses nun korrekt ist oder nicht, spielt in dem Moment keine Rolle, aber es zeigt die Weisheit der Vielen.

Bei der Kollektivintelligenz ist es hingegen so, dass die gezielt gesuchte Intelligenz über die Masse gefunden wird. Die Vernetzung vieler Intelligenzen soll zu einem Ziel führen. Praktische Beispiele können alle Systeme sein, die auf das Wissen der Masse aufbaut wie Wikipedia und andere Open Source, Content und Innovationssysteme wie Linux. Diese Systeme ermöglichen es ohne Regelwerke Ideen zu entwickeln und bei den Teilnehmern ein Gefühl der Zugehörigkeit zu entwickeln. Besonders in Unternehmen kann die Nutzung so eines Ideepools unter den Mitarbeitern zu positiven Effekten führen. Zu beachten ist dabei allerdings, dass Kollektivintelligenz an seine Grenzen stößt, zum Beispiel bei einer zu großen Gruppe, die nicht mehr kommunizieren kann oder die Gruppe zu homogen ist.

Die Schwarmintelligenz zeigt hingegen, dass in der Masse die individuellen Intelligenzen nicht genutzt werden, die Masse aber selbst eine Intelligenz entwickelt. Deutlich wird dies beispielsweise an Fischschwärmen, Vogelformationen, Insekten oder Ameisen. Sie folgen einem festen Regelwerk, zeigen reaktionelles Handeln und synchronisieren sich. Dieser Weg vom Chaos zur Ordnung bringt erhebliche Vorteile für die einzelnen Individuen. Es schafft Sicherheit und es kommt nicht auf jedes einzelne Mitglied drauf an, sodass sehr schnell und direkt reagiert werden kann, wenn beispielsweise ein Fressfeind in der Nähe ist.

Es gilt also kollektive Intelligenz zu nutzen. Besonders Unternehmen können Formate schaffen, die dieses Wissen freisetzen und verwenden. Die einfachste Möglichkeit wäre die Umgestaltung der Arbeitsplätzer oder die Einführung von Gruppenarbeiten.

Der zweite Block führte uns ebenfalls in die Erkennung von Potentialen in der Masse. Die Rede ist von den sogenannten Teamerfolgsfaktoren. In der Natur kommen unterschiedliche Teamformationen vor, die durch ihre individuelle Zusammenstellung und ihrem Verhalten einen Vorteil gegenüber anderen Gruppen haben. Diese Teamerfolgsfaktoren können sein:

  • Selbstverantwortung (Beispiele: Luchs, Bakterium)
  • Selbstorganisation (Beispiel: Fischschwarm)
  • Fürsorge (Beispiel: Vogelfamilie)
  • Aufgabenklarheit (Beispiel: Ameisenstaat)
  • Führung und Hierarchie (Beispiel: Affenrudel)

Jede dieser Eigenschaften verleiht dem Team spezielle Stärken. Ein Affenrudel profitiert von der klaren Leitung und Hiercharchie, da sich alle Mitglieder nach einer Struktur ordnen und den Anweisungen von oben folgen. Es herrscht Klarheit und Konzentration. Ein Fischschwarm kann durch seine Selbstorganisation die Gruppe punktuell führen und dadurch Fressfeinden entkommen. Die Vogelfamilie stärkt sich durch ihren Familienverband und der gegenseitigen Fürsorge.

Allerdings ist eine reine Konzentration auf die vorherrschenden Erfolgsfaktoren nicht sinnvoll. Ein Ameisenstaat ist durch seine feste Arbeitsaufteilung sehr inflexibel. Für einen Schwarm sind die Regeln nicht immer zielführend und eine Vogelfamilie bremst vor lauter Fürsorge die Eigenverantwortung der einzelnen Familienmitglieder.

Übertragbar sind diese Verhaltensweisen dennoch auf das menschliche Handeln in Teams. Nehmen wir beispielsweise die Organisation in Unternehmen. Gibt es eine klare Hierarchie oder eine flache Aufgabenverteilung? Wie werden Anweisungen durchgeführt? Wie viel Verantwortung tragen die Mitarbeiter? Jedem Teamerfolgsfaktor steht eine andere Strategie entgegen, die beachtet werden sollte, damit die Schwächen dieser Strategie ausgeglichen werden können. Wer eine klare Aufgabenverteilung hat, sollte ebenso flexibel und anpassungsfähig aufgestellt sein. Ein soziales Miteinander und eine gegenseitige Unterstützung im Team ist auszubauen, aber gleichzeitig sollte das Eigenengament und die Eigenverantwortung gefordert und gefördert werden.

Um für sein Team (egal ob Verein, Band, Unternehmen) die optimale Strategie zu finden, sollte der bisherige Teamprozess analysiert werden, die Teamerfolgsfaktoren übertragen und Lösungen gefunden werden. Sinnvoll ist sicherlich eine offene Kompetenzbündelung und eine Prozessgestaltung statt fester Strukturen. Aber das sollte für jedes Team individuell festgelegt werden.

Nach einer kurzen Gruppenübung zu dem Thema, konnten wir den letzten Block leider nur noch anschneiden. Die Ökosystemanalyse soll Unternehmen und Organisationen so beleuchten, dass ihr gesamtes Ökosystem dargestellt werden kann, um so Einflüsse, Zusammenhänge und Entwicklungspotentiale sowohl von innen als auch außen zu erkennen. Sie bildet das komplexe System ab und verschafft einen Überblick über dessen Dynamik. Sowohl Chancen als auch Risiken können dabei aufgedeckt werden. Analysiert werden sollen die Wechselwirkungen der biotische Faktoren (Stakeholder und Shareholder; Menschen, Lebewesen, Beteiligte, Anteilseigner) sowie abiotische/nichtlebende Faktoren (Region, Maschinen, Gebäude,…) und wie diese im Ökosystem des Unternehmens aufgestellt sind. Damit unterscheidet sich diese Methode von einer klassischen Umfeldanalyse. Genutzt werden kann diese Methode für jede Organisation wie Vereine oder Unternehmen jeder Größe und Branche.

Wer mehr über das Thema erfahren möchte oder in seinem Unternehmen oder seiner Organisation eine Ökoystem-Analyse durchführen möchte, kann sich an Herr Rösler wenden. Auf seiner Internetseite oecoach findet ihr alle wichtigen Informationen.

Damit gehen vier spannende Seminartage zu Ende. Wir konnten eine Menge über das Ökosystem, die Übertragungsmöglichkeiten und über unser Denken und Handeln lernen und sind um viele Erfahrungen reicher. Ich kann jedem nur empfehlen, an einem Workshop vom Oecoach Dr. Stefan Rösler teilzunehmen. Die Sicht auf die Natur, unser Ökosystem und unsere Gesellschaft wird sich auf jeden Fall ändern. Man entwickelt ein Bewusstsein dafür, dass es auch andere Wege gibt, Probleme anzugehen und Lösungen zu finden und dass die Natur uns ein riesigen Ideen-Pool dafür liefert.

Ich hoffe, euch hat der kleine Einblick in das Seminar gefallen. Wenn ihr mehr über solche Themen hören möchtet, schreibt gerne ein Kommentar. Ich fühle mich auf jeden Fall als Glückspilz 😉

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