Nachhaltigkeit, Wald
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Seminar Denken und Handeln in Ökosystemen – Teil 2

Weiter geht es mit Tag 2 des Seminars „Denken und Handeln in Ökosystemen: Natur als Vorbild für Unternehmen, Organisationen und Teams“:

Tag 2: Ressourcenbaum und warum wir unseren Konsum überdenken sollten

Der zweite Tag des Seminars führte uns dieses Mal nicht in den Wald. Allerdings sind uns die Bäume nicht verloren gegangen, denn wir starteten mit einer Methode, die sich die Eigenschaften eines Baumes zu Nutze macht. Die Rede ist vom Ressourcen-Baum.

Ein Baum hat einen festgelegten Aufbau, der aus fünf Teilen besteht. Jeder Bereich hat eine ganz bestimmte Aufgabe für den Baum und ist von jedem anderen Mitglied der Baumfamilie abhängig.

1. Wurzel; 2. Stamm; 3. Äste; 4. Blätter; 5. Früchte

Ein ähnliches Prinzip kann man auf ein Unternehmen, eine Person oder jedes anderen System übertragen und damit herausfinden, wie der aktuelle Ist-Zustand aussieht, welche Teile gestärkt werden sollten, wo es Probleme gibt und wo es vielleicht noch Ausbaupotentiale geben könnte. Die einzelnen Bereiche können z.B. dafür stehen:

  1. Wurzel: Herkunft, Basis, Fundament
  2. Stamm: Träger, Stabilität, Antreiber
  3. Äste: Abteilungen, Branchen, Volumen
  4. Blätter: Ernährung, Umsatz, Kraftwerk
  5. Früchte: Ertrag, Ernte, Kinder, Produkte, Abschlüsse

Als Beispiel für die Nutzung dieser Methode kann hier die Vorbereitung für eine Bewerbung genannt werden. Macht euch bewusst, wo ihr herkommt und was euch antreibt, welche Qualifikationen und besondere Kenntnisse ihr habt und zeigt eure erreichten Ziele. Im Seminar haben wir uns unsere Fakultät und einen klassischen Verein vorgenommen. Um euch zu zeigen, wie man das Ganze visualisieren kann, hier das Beispiel der Fakultät. Eurer Fanatasie sind keine Grenzen gesetzt!

Unsere Fakultät Ressourcenmanagement als Ressourcen-Baum.

Nach dieser simplen aber durchaus effektiven Methode, waren die Teilnehmer gefragt. Da einige eine Prüfung in dem Seminar ablegen wollten, haben sie Referate vorbereitet. Los ging es mit dem Thema „Synergismen in Natur/Wirtschaft/Gesellschaft“. Ich möchte hier nur wenige Beispiele nennen, um zu verdeutlichen, was damit gemeint ist.

Im Prinzip geht es darum, dass Beispiele aus der Natur für uns persönlich oder auf die Wirtschaft übertragen etwas für unser Verhalten aufweise können. Wenn wir uns das Geweih eines Hirsches anschauen, so erneuert er es jedes Jahr und wirft es jedes Jahr ab. Was uns zunächst zu kraftauftreibend und wie ein unnötiger Ressourcenverbrauch erscheint, hat eine bestimmte Funktion. Denn das Geweih wird von Jahr zu Jahr besser und wächst schneller. Was können wir persönlich davon mitnehmen? Nun, vielleicht soll es uns daran erinnern, unser persönliches Wachstum zu fördern und dass wir immer wieder an uns arbeiten sollten, um uns zu verbessern. Anderseits können Unternehmen dadurch erkennen, dass Wachstum nicht unendlich ist und ohne Rückschritte keine Innovation möglich wäre. Genauso ist es sinnvoll, die Unternehmensphilosophie immer wieder aufs Neue zu hinterfragen.

Ein weiteres Beispiel ist vielleicht für die aktuelle Situation in der Gesellschaft eine gute Gelegenheit, unser Verhalten zu überdenken. Denn hättet ihr gewusst, dass das Bau- und Tunnelsystem des Dachses von weiteren Tieren als Zuhause genutzt wird? Ungewöhnlich ist hier aber nicht die allgemeine Nutzung, sondern ihre Bewohner. Sowohl Fuchs als auch Kaninchen wohnen dort in direkter Nachbarschaft unter der Erde. Obwohl der Fuchs ein Fressfeind des Kaninchen ist, funktioniert diese ungewöhnliche Wohngemeinschaft! Genau wie der Bergmann den Wald vor der Grube nicht abholzen darf, so frisst der Fuchs nicht direkt das Kaninchen auf, das ihm auf lange Zeit sein Futter sichern kann. Burgfrieden wird das genannt und ich finde es zeigt uns, dass man ruhig mal ungewöhnliche Wege eingehen kann und wir auch mit unserem vermeintlichen Feind einen Umgang finden können. Im Unternehmen kann man beispielsweise erfahrene und unerfahrene Mitarbeiter zusammen arbeiten lassen oder trotz Konkurrenz mit anderen Unternehmen zusammen arbeiten.

Wenn euch dieses Thema interessiert, kann ich euch folgenden Buchtipp geben:

„Die Weisheit im Wald gefunden – Ein Spaziergang zu mehr Nachhaltigkeit und Erfolg“ von Darius Götsch

Das Seminar heißt ja unter anderem Denken und Handeln. Wie das Handeln funktionieren kann, hat der nächste Vortrag über „Kreislaufwirtschaft“ gezeigt.

Die Kreislaufwirtschaft sieht ein Nutzungverhalten vor, bei dem kein Abfall entsteht, da jede in den Kreislauf eingebrachte Ressource immer wieder oder weiter verwendet werden kann und damit nicht verloren geht. Der Biologische Kreislauf in der Natur sieht diese Vorgehensweise generell vor. Leider werden aktuell aber viele Produkte mit einer sehr kurzen Lebensdauer produziert, sodass deren Elemente unwiederbringlich verloren gehen, da sie nicht wiederverwendbar gestaltet werden. Cradle to Grave nennt sich diese Produktionweise. Cradle to Cradle würde dagegen den Kreislauf schließen, sodass keine Ressourcen verloren gehen.

C2C ist ein Verein und möchte ein neues und bewusstes Denken und Handeln vermitteln. Er handeln nach den 3 Prinzipien:

  1. Abfall ist Nahrung und Nahrung ist Nahrung
  2. Nutzung erneuerbarer Energien
  3. Unterstützung der Diversität

Für eine bessere Aufklärung zertifizieren sie beispielsweise Produkte, die besonders ressourcenschonend sind. Ziel ist es, nicht nur neue Verfahren zu finden, wie wir ressourcenschonend produzieren, sondern auch Lösungen zu suchen, wie wir bereits genutzte Ressourcen in Zukunft verwenden und einbauen können. Macht euch am besten euer eigenes Bild, ob ihr dem Gedanken von C2C folgen könnt und ob euch die Zertifizierung zusagt.  http://c2c-ev.de/

Nach einer Mittagspause mit einem reichlich gedeckten Tisch (vielen Dank noch mal dafür!) ging es noch kurz um Evolutionäre Entwicklung. Im 1. Teil habe ich euch bereits berichtet, dass jeder eine ganz eigene Evolution erlebt. Wo kommt man her, wie hat man sich entwickelt, was hat uns dabei beeinflusst und wo soll es hingehen. Dieser Prozess lässt sich ebenfalls grafisch darstellen und sowohl auf Personen als auch Unternehmen übertragen. Vorteil dieser Methode ist es, dass nicht nur die Entwicklung dargestellt werden kann, sondern dass Stärken, Alleinstellungsmerkmale aber auch Risiken und Schwächen aufgezeigt werden. In unsere Runde haben wir uns in der Gruppenübung für die Entwicklung einer freie Schule in Kassel und dem Werdegang der Partei Die Grüne entschieden. Doch seht selbst:

Die Evolutionäre Entwicklung einer freien Schule in Kassel. Gelb steht für äußere Einflüsse und Rot für innere Strukturwechsel. Weiß soll die Zukunft andeuten und Rot und Grün die Stärken und Schwächen von heute zeigen.

Und damit geht der erste Block des Seminars leider auch schon zu Ende. Es waren zwei wirklich wunderbar erhellende und interessante Tage. Ich hoffe, es hat euch ebenso gefallen und ihr seid auch beim nächsten Mal wieder dabei, wenn es im Juli in die nächste Runde geht im Seminar „Denken und Handeln in Ökosystemen“ 🙂

Für weitere Informationen über das Seminar könnt ihr euch auf der Seite von Dr. Stefan Rösler informieren. Dort erfahrt ihr auch, wie ihr den Waldworkshop für euer Unternehmen, eure Hochschule oder Schule buchen könnt: oecoach

 

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